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AufbauEnde begann als Musikprojekt von Marius Heiduck, hat sich aber mittlerweile zu einem Gesamtprojekt von Marius zusammen mit Thomas Koppe und Jenny Kaplan entwickelt, das neben Musik auch Graphik und Dichtung umfasst.
Nach den langsamen Trancestücken der ersten Mini-CD "Devolution unreasonable", die mit Matthias Roeder produziert wurde, folgten auf dem ersten Longplayer "Trust in being [fe]male" harte und zerbrochene Stücke. Nach den Maxi-CDs "Sonne" und "Mond", auf der AufbauEnde sich mehr dem Industrial zuwandte, wurde mit "Opus Dei" eine neue Richtung eingeschlagen - einheitlichere, meist ruhigere und oft tanzbare Kompositionen, die sich häufig an klassischen Vorbildern wie Bach und Prokofjew orientieren und sich somit auch als Aktualisierung und Erweiterung des traditionellen Kompositionsrepertoires verstehen - neben Anklängen aus dem Jazz und der Weltmusik finden sich auch immer noch Bezüge zu Trance und Industrial.
Nachdem "Opus Dei" in seinen Dimensionen den Rahmen einer CD sprengte, entschloss sich der Künstler, mit "Aware/Beware" ein Album zu veröffentlichen, auf dem Coverversionen (die einzigen von AufbauEnde) und "Reste" zu finden sind - darunter freilich die empfehlenswerte dritte Version von "Aura" sowie "Ascolta bocca chiusa". Die ersten CDs wurden später zu einer Überblicks-CD zusammengefasst - "AufbauEnde 1999-2003".
Im Frühjahr 2005 war "Corpus Delicti oder Der Tod des Objekts" vollendet. Das für AufbauEnde typische Wechselspiel von "harten" und "weichen" Parts wurde weiter verstärkt, und AufbauEnde erhielt insgesamt eine deutlich melodielastigere Ausrichtung. Neben dem mittelalterlich anmutenden "Hommage à ces dames" beschreibt das knüppelharte "Prime time suicide" den Verlust einer sehr verehrten Person, dementgegen "Vorfreude" die Gefühle kurz vor, "Dialog" die Gefühle kurz nach der Geburt von Jona. In den Stücken finden sich Hommagen u. a. an Philip Glass, Popol Vuh, Limbonic Art, Mysterious Art und Johann Sebastian Bach.
2007 entstand
"Dass der kollektive Individualist sich an sich selbst verschlucke..."
- Thema der CD ist wesentlich die Entindividualisierung des Menschen. Die Platte
spannt einen Bogen von der Entdeckung des eigenen Werts ("Beleben" und
"Erwachen") in der Liebe über das drohende Versinken nach dem
Erkennen der eigenen Kontingenz ("Auf Kierkegaards Turm",
"Verzweifeln") und den misslingenden Versuch, sich durch die Flucht in
die Außenwelt zu retten ("Siechtum der Freiheit"), bis hin zu einer
immer nur vorläufigen, doch beruhigenden Lösung ("Das Leben
tanzen").
Die stark vom Existentialismus und vom Konstruktivismus her motivierte Aussage
wurde mit Gedichten und Graphiken verstärkt und ergänzt, so dass am Ende eine
Art Gesamtkunstwerk herauskam, die in ihrer Live-Darbietung ein ganz besonderes
Erlebnis schaffen konnte.
Sich anschließende Themata sind die Verbindungsstellen von "Technik"
und "Organik", von "Mathematik" und "Ästhetik"
auf der einen, von der Begrenztheit der Weltwahrnehmung auf der anderen Seite.
Das Irritierende, das der Musik oft zugeschrieben wird, wird wesentlich durch
das Sowohl-als-auch von seriellen Formen und organisch und schön wirkenden
Strukturen erzeugt; auf ähnliche Weise stellen die Fraktalanimationen den
genauen Schnittpunkt von mathematischer Einfachheit und unserem Empfinden von
Schönheit dar - ein interessanter Gedanke, dass die Welt als autopoetisches
System gleichsam die Regeln miterzeugt, in dem die von ihr abhängigen Wesen
empfinden und empfinden können. Gleichzeitig können die Animationen
vierdimensionaler Fraktale - die an sich nicht-sichtbare vierte Dimension kann
durch die Animation selbst sichtbar gemacht werden - einen optisch ansprechenden
Beitrag zur Begrenztheit unserer Weltwahrnehmung leisten, die nur allzu oft für
Realität erklärt, was ihr als Realität erscheint. Beide Kunstformen, Musik
wie Graphik, verfolgen das Ziel, gleichsam ansprechend wie auch komplex zu sein.
2007 entstand die
Zusammenarbeit mit Thomas Koppe und Jenny Kaplan.
Thomas trägt mit seiner phänomenalen Fähigkeit, sich in Musik einzufühlen
und textlich wie gesanglich umzusetzen, wesentlich zur "Dichte" der
Musik bei, gibt ihr eine wesentliche weitere Dimension dazu. Fast spielerisch
gelingt es ihm, die philosophischen Hintergründe der Musik in eine
verständlichere, konkretere und anschlussfähige Ebene zu übersetzen - und
dies mit großer Sensibilität für Sprache und gesangliche Gestaltung.
Jenny Kaplans Gedichte tragen in ihrer bisweilen unglaublichen Nähe zu den
Konzepten und Gedichten von Marius Heiduck ebenso wesentlich zur Verdichtung des
Projektes bei - bei einem Konzert im Oktober 2007 konnte sich das Publikum
erstmals davon überzeugen, welche eigene Dimension, eigene Intensität die
Zusammenarbeit von Jenny und Marius hat.
2008 - das
nächste Album ist in Arbeit, mit vielen sehr überraschenden Wendungen.
Darüber hinaus arbeiten Thomas und Marius an einer ersten gemeinsamen CD, Jenny
und Marius haben noch für dieses Jahr die Fertigstellung einer gemeinsamen DVD
geplant. Ein weiteres Ziel ist die Zusammenarbeit mit Katarina Kovac, einer
faszinierenden Sängerin aus Novi Sad in Serbien. Und zuletzt hat Marius Heiduck
begonnen, eine erste Sinfonie zu schreiben - doch wird sich dies noch lange
hinziehen. Zusammenarbeiten ergaben sich vor allem auch mit Albert Csiki ("Atomic
Ages") und "Herzblut", mit denen gemeinsam 2007 ein Festival
organisiert wurde, das 2008 sicher eine Fortsetzung finden wird.
Noch ein Wort zur Technik: Marius Heiduck
schreibt "in Ermangelung eines Orchesters" seine Kompositionen mittels eines
Sample-Programms, auf vorgefertigte Loops wird jedoch bewusst
verzichtet, so dass jede erklingende Note auch so geschrieben wurde.
AufbauEnde freut sich über Ihr Interesse an der Musik und hofft, Sie irgendwann als Gast bei einem Auftritt begrüßen zu dürfen. Für Wünsche und Anregungen ist der Komponist ebenso offen wie für gemeinsame Projekte. Zwecks Kontakt oder CD-Wünschen siehe obigen Link.
Marius Heiduck (et in mente concepta Thomas Koppe und Jenny Kaplan), März 2008